„Der Tanz der Ritter“ aus dem Ballett „Romeo und Julia“ von Sergej Prokofjew

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In der Vorbereitung meiner KulTouren beschäftige ich mich intensiv mit allen Aspekten dessen, was ich mit meinen Reisenden erleben werde, und so höre ich aktuell das Ballett „Romeo und Julia“ von Prokofjew hinauf und hinunter.
 
Denn am Samstag, den 7. Oktober, lade ich zu einem Tagesausflug in die Pilsner Theaterszene ein, bei dem wir (unter anderem) „Romeo und Julia“ live erleben.
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Theater-KulTour nach Pilsen

Mit im Programm:
  • Kurzweiliger Stadtspaziergang durch das Zentrum der Stadt Pilsen (bei schlechtem Wetter mit dem Bus, bei gutem ca. 45 entspannte Minuten zu Fuß),
  • Böhmisches Abendessen in Bio-Qualität in einem urigen Gasthaus im Zentrum,
  • Worüber ich mich besonders freue: Wir dürfen einen Insider-Blick hinter die Kulissen des Großen Theaters werfen, was sonst nur am Tag der offenen Tür möglich ist.
  • Am Abend stehen zwei Theateraufführungen zur Auswahl: Entweder das Ballett „Romeo und Julia“, wovon ich gleich mehr erzähle, im ehrwürdigen Týl-Theater. Oder das Musical „Cats“ auf der modernsten Bühne Europas im Neuen Theater.
Zusteigen könnt Ihr in Amberg, Hirschau, Weiden, Altenstadt, Vohenstrauß und Waidhaus.
Preis: 73 Euro inklusive Fahrt im bequemen Reisebus, Reisebegleitung mit Werkeinführung, Stadtführung, Eintrittskarten und Abendessen. Aufpreis für die Führung durch das Große Theater: 11 Euro.
Details erfahrt Ihr wie immer bei mir. Ihr könnt auch persönlich gestaltete Gutscheine bestellen und Euch anmelden unter Tel. 0176/91 14 51 81 oder per Mail an maria_vonstern@web.de. Der Anmeldeschluss ist am Dienstag, den 28. August.
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Romeo und Julia von Sergej Prokofiew

 
Prokofjews Musik… ich drehe sie laut und schließe die Augen, bin dankbar, dass solch grandiose Klangwelten mit einem Fingertipp verfügbar sind.
 
Ihr kennt vermutlich alle den „Tanz der Ritter“, 1. Akt, 13. Stück, selbst wenn ihr nicht von klassischer Musik begeistert sein solltet, denn zahlreiche Rockbands und Popmusiker haben sich von Prokofjews Meisterwerk inspirieren lassen, oder nutzen  – wie Muse – die Dramatik dieser Musik für ihren Bühnenauftritt.
 
Bei youtube geht zwar viel Klang verloren, aber so auf die Schnelle und für den groben ersten Eindruck ist es doch ein geeignetes Medium. Hier könnt ihr den „Tanz der Ritter“ im Original hören, aufgeführt 1996 von den Berliner Symphonikern unter der Leitung von Claudio Abbado in St. Petersburg (diese Aufnahme empfehle ich auch zum Kauf).
 
Von dieser Alleinunterhalter-Version von Emerson, Lake und Palmer halte ich nur ein paar Sekunden aus.
 
Und HIER der selbe Rittertanz mit mehr dramatischem Schnitt, fürs Fernsehen eben:
 
Die Ritter stampfen, wuchtig, bewegt, und dennoch träge, bemüht darum feinsinnig zu sein, aber darin offensichtlich ungeübt, atonal, und immer wieder bricht ihr testosterongeladenes Gehabe durch. Sie mögen auf einer Tanzfläche sein, aber das Kriegen steckt tief in ihnen.
 
Prokofjew hat diesen Rittertanz und das gesamte Ballett 1935 in Russland in Töne gegossen. Uraufgeführt wurde es am Silvesterabend 1938 in Brünn. Ich kenne Brünn und die Stimmung feierlicher Silvesterkonzerte, ich kann mir die Honoratioren der südmährischen Universitätsstadt vorstellen, die akkurat frisierten Köpfe, und darin die kaum vorstellbar wirren Gedanken von Nationalismus und Ehre, das Gespenst Europas.
 
Silvester 1938 lag schon im Schatten des zweiten Weltkrieges. Im Publikum damals waren junge Männer, das Schicksal einer Generation vor sich und die Ahnung davon, sogar die dumme Lust darauf in sich. Sie hörten den „Tanz der Ritter“ vielleicht schon mit der Ahnung bald selbst aus dem zivilisierten Leben in die Grauen des Schlachtfelds zu stürzen, aber sie hatten keine Ahnung, wie auch?, was das bedeuten würde. Und wie schwer es ist zurückzukehren mit zertrümmerten Seelen aus Trümmern in Trümmer.
 
Und nun, hier eine Tür aus der Nachdenklichkeit hinaus ins Licht: Robbie Williams hat Prokofjews ritterliche Feierhärte thematisch und melodiös in „Party like a Russian“ ganz wunderbar ironisch gebrochen. Hört Ihr’s?
 
P.S.: Die Aufnahmen der Tänzer wurden mir vom Divadlo Josefa Kajetána Tyla zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!

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