Giersch im Garten

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Dieses Wildkraut, Unkraut lehrt mich Demut: Der Giersch. Er hat im Frühlingsgarten das erste Wort. Er behält es im Sommer. Und hat im Herbst auch noch das letzte Wort. Denn mit teils meterlangen Wurzeln ist er der Boss im Untergrund, und mit seinen Samen streut er wie ein Krebsgeschwür seine Metastasen. Ihr seht schon an der Rhethorik, dass ich ihm, sagen wir, nicht uneingeschränk freundlich beim Frühlingserwachen zusehe:

Giersch_FreundFeind

Was tun bei Giersch im Garten?

Betroffene berichten: „Der einzige Weg, den Giersch loszuwerden, ist wegzuziehen.“ Und: „Gift, nur Gift hilft gegen Giersch.“ Oha. So weit bin ich noch nicht. Umziehen will ich nie wieder. Und das angebliche Wundermittelchen Roundup gegen Giersch? Hat schon seine Negativschlagzeilen bekommen. Da könnte ich bei den anderen Herbiziden nur drauf warten. „Man kann den Giersch nicht ändern, man kann nur seine Einstellung zu ihm ändern.“ Das klingt nach einer meditativen Achtsamkeitsübung. Oder als gäbe es ein neues Statussymbol: „Mein Auto! Mein Haus! Mein Giersch!“ So weit bin ich noch nicht.

Andere Betroffene berichten: „Mähen und zupfen hilft.“ Denn ist die Photosynthese unterbrochen, wird selbst der Giersch schwach. „Man kann ihn essen.“ Ja schon, aber mir war’s nach dreimal Giersch im Spinatstil schon mehr als genug. Und man hat nicht mal gesehen, dass ich drei Stunden gezupft hatte. „Die Kartoffel raubt dem Giersch alle Nährstoffe.“Das klingt nach einer Koaliton, die ich eingehen will! „Wir haben das Beet durchgesiebt, seitdem keinen Giersch mehr“, das ist das Wort der Vormieterin zum kleinen Beet links. Ein gutes Beispiel im eigenen Garten und die Aussicht auf ein Bündnis mit Kartoffeln, das gefällt mir.

Tipps gegen Giersch

Meine Taktik ist also eine Teils gelassene, großteils arbeitsintensive: Im hinteren Teil des Gartens ist der Giersch mein Freund. Da kann er wurzeln, nur die Blüten werde ich ihm nehmen. Im vorderen rechten Beet ist er mein Feind. Ich werde ihm zusetzen, ihm den Garaus machen, ihn vernichten.

Schlachtplan gegen den Giersch

  1. Alle anderen Pflanzen entfernen und rauswerfen. Leicht bei den Krokussen und Tulpen. Schwieriger bei der Staude.
  2. Das Erdreich durchsieben. Denn bliebe auch nur ein winziges Stück hätte er seinen winzigen kleinen Geißfuß schon wieder in meiner Gartentür.
  3. Mit neuer Erde auffüllen und eine Saison lang Kartoffeln pflanzen. Später gibt es dann Kartoffeln mit ein wenig Giersch gewürzt und dazu meinen triumphierenden Genuss…

Seid meine Südkurve!

Ihr habt selbst erfolgreiche Giersch-Schlachten geschlagen? Ihr habt noch weitere Geheimtipps gegen Giersch? Oder auf Eurem Blog Fotos von geglückten Siebe-Sessions? Her damit bitte! Anfeuernde Posts sind sehr erwünscht, denn der Giersch ist zäh, ich muss zäher sein und einen längeren Atem haben. (Sollte es im kleinen Beet gelingen, kommt im nächsten Jahr der große hintere Teil dran, aber das werde ich ihm natürlich nicht sagen…)

Was meint ihr, wer gewinnt – der Giersch oder ich?

Sind (beim Giersch) im Garten!

Maria

9 Kommentare Gib deinen ab

  1. Ha, bei uns auch. Er hilft: gepflegtes Ignorieren. Ausgraben hilft und dieses Zeug, das man auf die Blätter sprühen soll (seeeehr unheimlich und nur für kleinen Befall). Unmotiviertes Zupfen des Gartenbesitzers wirkt motivierend auf den Giersch, dann teilt sich da was so richtig. So, und ich geh jetzt mal wieder raus.
    Viele Grüße
    Ilka

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    1. Ilka, ich dachte erst Du seist die Ilka, die mich als allererste in die grüne Welt des Gierschs eingeweiht hat. Heute ging’s los! Stirb, Giersch, stirb.

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  2. Nee, aber Grüße an die Namensvetterin. Unser Giersch ist auch wieder da (dann kommen bestimmt auch bald die Nacktschnecken).

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    1. Schon ausgerichtet. Na, dann muss ich schneller sein als die Schnecken. Klingt machbar.

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  3. wiesenirja sagt:

    Lass das Gift weg. Bringt auf Dauer (auch) nix und vergiftet den ganzen Rest. – Habe mal gehört: mit Mulchfolie abdecken (ggf. 1 Jahr lang). – Und natürlich Blütenstände zeitig kappen!
    Und was den Spinat angeht: Mit jungen Brennesseln und/oder anderen Gemüsen oder Salaten mischen. Das bringt Abwechslung in den Geschmack.

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    1. Maria sagt:

      Stimmt alles! Auch das Mischen. Mittlerweile habe ich den Giersch in diverse Gerichte integriert. Und ans Kappen der Blütenstände ging es heute zum ersten Mal…

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      1. wiesenirja sagt:

        Ich kappe gerade fröhlich vor mich hin – wenn mich der Regen lässt.
        Außerdem bin ich auf ein griechisches Gericht gestoßen, „Chorta“, Wildgemüse, in dem Giersch sich wunderbar verarbeiten lässt und dann auch noch zu Grillplatte mit Oliven passt.
        Hm, was mich auf die Idee bringt: Dolmadakia mit Giersch?
        Viel Erfolg beim Vertilgen!

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  4. Maria sagt:

    Chorta, interessant, will jetzt nach Griechenland.

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